LUT034 – Heilige und Wissenschaft

lut034Bernadette Spitzer spricht über ihre Arbeit für Radio Stephansdom in Wien.

Sie portraitiert für diese katholische Privatradiostation den Heiligen des Tages, und besucht dazu Menschen, die viel über ihn wissen.

Bernadette erzählt über diese Kontakte zu den Menschen, die sich mit Heiligen beschäftigen. Sie spricht über die Bedeutung ihres Namens, über das, was Heilige im Weltbild der katholischen Kirche bedeuten, wie sie gefunden und bestellt werden und was sie für Menschen und die Kirche bedeuten.

Heilige sind ein Produkt der kirchlichen PR. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der “Public Relation” – des Kontakts der Kirche zu den Gläubigen.

Es geht um’s Lernen auch hier. Heilige sind Menschen, die sicher viel gelernt haben. Anderseits lernen Gläubige durch diese Vorbilder auch selbst.

Wer sich mit Heiligen beschäftigt, wird schnell an die Grenze zur Wissenschaft kommen, nämlich dann, wenn es um Wunder geht.

Anders als ein Staatspreis bezieht sich eine Heiligsprechung immer auch auf “das Ewige”. Wie passt das in eine aufgeklärte Zeit?

WP: Heiliger

LUT033 – Vergib uns unsere Schulden: Wirtschaftsdidaktik

lut033Mythen gilt es zu hinterleuchten.

Wirtschaft zu verstehen ist nämlich schwierig, wenn das eigene Wirtschaften mit dem Vaterunser und dem Wirtschaften des Staats vermischt wird.

Abzuholen gilt es die Studierenden, wenn sie über Wirtschaft lernen, von diesen Mythen, die hinter unserem Denken über Wirtschaft liegt.

Und ja, es geht um Geld, Agglomerationsvorteile, Interessensgruppen und das Wirtschaftswachstum. Transparenz und den Klimawandel.

fessler_hinsch_wirtschaft_zweite_auflage_web_362Stefan Hinsch spricht über Wirtschaft und die Wirtschaftsdidaktik.

Er ist Wirtschaftsgeograf und hat darüber ein Buch geschrieben.

Literatur: Wie funktioniert Wirtschaft – eine kritische Einführung. Stefan Hinsch und Pirmin Fessler, Promedia Verlag.

Link zum Buch bei Amazon.

LUT031 – Zwischen den Kulturen

lut031Besuch im Interkulturellen Zentrum in Wien, bei Tine Gamper.

Wir sprechen über das Gemeinsame und Trennende verschiedener Kulturen und beginnen dabei in Südtirol.

Tine stellt im Gespräch die Arbeit des Interkulturelle Zentrums vor.

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Tine Gamper

Wir “grüßen Gott”, streifen Blasmusik, Berge und Wirtshaus und schauen uns auch das Transkulturalität näher an.

Gesprächspartnerin: Tine Gamper, Interkulturelles Zentrum, Wien.

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LUT030 – Eyes wide shopped

lut030Große Augen beim Einkauf.

Menschen, die impulshaft einkaufen, bekommen geweitete Pupillen dabei.

Das hat Benjam Serfas untersucht, in einer Arbeit am Institut für Sozialpsychologie und Konsumentenverhaltensforschung. Im Gespräch erfahren wir viel, wie die Forschung eines jungen Wissenschaftlers funktioniert.

Weg durch Studium und Mitarbeit | Projektmitarbeit | Literaturstudium | Themen finden | Zeitbudget | Überleben an der Uni | Wissenschaftliche Fragen

Link zur Pressemitteilung, die Anlass für dieses Gespräch war.

modellansatz-kaufverhalten-64x64Hörtipp: Episode 45 der Podcastreihe “Modellansatz” beschäftigt sich ebenso mit dem Thema “Kaufverhalten”. Gudrun Thäter spricht mit Kristina Cindric, die von mathematischer Seite her Analysen erstellt, und Modelle entwirft. Es geht dabei um Aspekte des Kaufzeitpunkts, der Produktwahl und der Kaufmenge, um im Wettbewerb einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erhalten.

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LUT028 – Islam und Schule

lut028“Männer interpretieren das heilige Buch.”

Wie erleben junge muslimische Studierende die Diskussionsfreudigkeit im Literaturunterricht der Schule an Themen die sie in ihrem bisherigen Leben noch nicht gekannt haben?

Einige stehen auf, wenn es um kontroversielle Themen geht. Sie stehen auf und verlassen die Klasse. Eine Diskussion findet dann nicht statt.

Selbstmord, Verfluchen, Sexualität: gängige Themen des Literaturunterrichts eines Gymnasiums können in Diskussionen durchaus verweigert werden. Aus religiösen Gründen.

Wie kann dann Bildung funktionieren, Schule?

Welche Rolle hat die Theologie in den Lernlandschaften einer modernen Gesellschaft? Wo sind Gemeinsamkeiten und wo leben junge Menschen innerhalb dieser Gesellschaft in einer eigenen abgeschlossenen Welt?

“Glaube an einen Gott – Gerechtigkeit und Verantwortung. Das sind die drei Säulen des Islam. Der Rest ist eine persönliche Beziehung.” – Ein Gespräch über Islam in der Schule mit dem Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan vom Institut für Islamische Religionspädagogik und Islamische Studien der Universität Wien.

Europäischer Islam ist für Prof. Aslan eine Religion, der bestehende Widersprüche klärt. Er erfordert eine differenzierte Betrachtung der heiligen Bücher. Religion kann dann Entlastung sein.

Ein Gespräch zum Thema “Islam und Schule” zu einer Zeit, in der gerade das Islamgesetz in Österreich neu gestaltet wird.

Gesprächspartner: Univ.-Prof. Dr. phil. Ednan Aslan, Universität Wien

Link: http://www.islamische-religionspaedagogik.at/

LUT020 – Konrad Paul Liessmann: Sprache der Bildung (1)

lut020 Fragen, wissen, können. Diese Begriffe sind einfach und verständlich.

Bei “Kompetenzen” wird es schon schwieriger.

Worte sind Ausdruck von dahinterliegenden Konzepten und Menschenbildern.

Die verwendete Sprache kann Bildung fördern, aber auch Kontrollen verstärken, Willkür erhöhen und Potemkinsche Dörfer errichten und pflegen.

Konrad Paul Liessmann ist Philosoph und Vermittlungsexperte. Er spricht über die Sprache in Verbindung mit Bildung, Ausbildung, Leben und Lernen.

Links zu Konrad Paul Liessmann:

1. Persönliche Homepage
2. Perlentaucher
3. Von Konrad Paul Liessmann erscheint im Herbst 2014 bei Zsolnay das Buch “Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift.”

Das Gespräch wurde am 30. April 2014 aufgenommen. Ein Auszug daraus wird im ORF Österreich 1 Programm “Moment Leben Heute” zum Thema “Sprache der Bildung” ausgestrahlt.

LUT019 – Schulmathematik

lut019“Wozu brauche ich das”, ist eigentlich ein Hilferuf im Mathematikunterricht.

Im Gespräch mit dem Mathematik-Didaktiker Stefan Götz.

In der Schulmathematik und Mathematik-Didaktik geht es darum, wie Mathematik von der Universität an die Schulen gebracht wird.

Geometrie, Algebra, Arithmetik, Analysis, Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. In der Fachdidaktik gibt es nie einen der Recht hat, denn man auch beschäftigt sich mit vielen Dingen, die es gar nicht gibt.

In der Mathematik gibt es keine Schüttbilder.

Mathematik – ein Thema, das frei von Befindlichkeiten ist. Ob Geraden parallel sind, oder nicht, hängt nicht davon ab, welche politische Anschauung man vertritt.
Gründlichkeit, Genauigkeit und Hartnäckigkeit schaden dabei nicht. Modelle helfen dabei, mit der Wirklichkeit umzugehen.

Ähnlich dem “Jahn’schen Turnen”, das sich mit schrecklichen Felgaufschwüngen zu einem zugänglicheren “Bewegung und Sport” verändert hat, hat sich über die Jahre auch das Fach “Mathematik” in der Schule gewandelt. Alle sollen heute mitmachen können. Mathematik “mit ohne Angst”. Eine “Optimalmathematik” gibt es aber leider nicht.

Lehren hat immer etwas mit Persönlichkeit zu tun. “Mathematik für das Lehramt” zu studieren, bedeutet für Studierende heute die Teilnahme an einem 4-Säulen-Modell:

1) Fachliche Ausbildung
2) Didaktik der Mathematik
3) Allgemeine pädagogische Ausbildung
4) Schulpraxis

Mathematik: Ein Kran, der einen Kran hebt, der einen Kran hebt. (Foto: Liebherr)
Ein Kran, der einen Kran hebt, der einen Kran hebt. Folgen und Reihen. (Foto: Liebherr)

Inhalte: Stefan Götz, Schulmathematik, Hans Christian Reichel, Erfolg, Unterricht, Fehlvorstellungen, erklären, Fehler, sicher fühlen, Jahn’sches Turnen, Lehramtsausbildung, Fachdidaktik, Lineare Algebra, Analysis, Folgen und Reihen, Approximation des Kreisumfangs, Lernpfade, Gründlichkeit, Abstrakt, Regeln, Linguist, stetig, diskret, Grenzwert, Asymptote, Unendlichkeit, Traditionen, Felix Klein, Meraner Reform, Differenzialgleichungen, Differenzengleichungen, reelle Zahlen als Kontinuum, Modell, Wahlverfahren, Religion, relativieren, Podcast: Modellansatz, Liebherr Kranmobile, Politik, paritätische Besetzung von Lehrplankomissionen, Fermats Großer Satz,  Andrew Wiles, Zahlentheorie, Rindler, Gödel, Beweisbarkeit, Mathematische Logik, Ergodentheorie, Differenzialgleichungen, Kombinatorik, Biomathematik, Finanzmathematik, Drittmitteleinwerbung, Öffentlichkeit, Presseabteilung, Kooperationsschulen, Didaktische Schulen, Wien, Klagenfurt, Schulbücher, Götz Reichel, Bürger Fischer Malle, Lechner Dorfmayr, Standardisierte kompetenzorientierte  Reifeprüfung, BIFIE, Didaktisches Konzept, Grundkompetenz, Aufgaben, Geld, Co-Autoren, Pisa, Deutschlandfunk “Pisa Plus”, IMST, Datensicherheit, Kommunikationsproblem, Prüfungs- und Unterrichtsbeispiele, Schwerpunkte setzen, systemische Therapie, Zusammenarbeit von Lehrer/innen, Selektion, Ressourcen der Gesellschaft, Nachmittagsangebote, Defizite, Wettbewerbe, Sprache: rechnen, argumentieren, begründen, interpretieren, darstellen, modellbilden, Bildungsstandards, Interlokutor, Technologieeinsatz, Geogebra, Wolfram Alpha, programmierbare Taschenrechner, soziale Komponente, auf- und abrüsten, Assessment, Eigenschaften eines Dreiecks, Geometrie, Origami und Mathematik, Kompetenz, Distraktoren, mehr Stellen, Lehre an der Universität,

Gesprächspartner: Stefan Götz, Fakultät für Mathematik der Universität Wien

Das Gespräch wurde am 20.03.2014 aufgezeichnet. Ausschnitte daraus werden in der Radiosendung “Sprache der Bildung” (Moment Leben heute) am 6. Mai 2014 im ORF Radioprogramm Österreich 1 ausgestrahlt.

LUT018 – Kraftwerk Anerkennung

lut018Menschen fangen ihren Job an wegen mehr Geld, sie verlassen ihn aber wegen mehr Anerkennung.

Anerkennung ist mehr als Lob, sondern beinhaltet auch Wertschätzung. Patrick Killmeyer und Philipp Sackl haben herausgefunden, dass es im Schnitt 75 Tage dauert, bis ein österreichischer Chef diese Wertschätzung auch ausspricht. Das geht doch besser.

Fehlende Anerkennung ist stattfindende Ausgrenzung. “Nicht geschimpft ist gelobt genug”, lautet ein österreichisches Sprichwort. Eine ausgefeiltere Anerkennung beinhaltet:

1) Was ist die Stärke
2) In welcher Situation ist mir das aufgefallen
3) Wovon profitiere ich

“Anerkennung” ist dabei ein Wort mit sprechenden Teilen. Kennen: Ich muss den anderen Menschen kennen. Erkennen. Genauer hinschauen. An. Ich will es ihm sagen. Dabei gilt: “Wie man in den Wald hineinruft, umso deutlicher hallt es zurück.”

Gesprächspartner: Patrick Killmeyer und Philipp Sackl
Kraftwerk Anerkennung

Aufnahmedatum: 28. Februar 2014. Ausschnitte dieses Gespräches werden in der Ö1 Raidosendung “Moment – Leben Heute” zum Thema “Anerkennung am Arbeitsplatz” am 13. März ausgestrahlt.

Stichworte: Anerkennung | Recognition | Appraisal | Lob | Ausgrenzung | Transaktionsanalyse | Strokes | Dale Carnegy | Kraftwerk Anerkennung | Wertschätzungsmissionar | Zielkonflikt | Zielvereinbarung | Behance Network Portfolios | Innere Kündigung | Magenverkleinerung | Naturalistischer Fehlschluss | Eric Berne | CG Jung | Leadership | Verantwortung | Fields-Medaille | Nobelpreis | Gesundheitliche Auswirkungen

LUT017 – Direktor werden

lut017“Mir ist die Schwere des Alltags in Österreich mehr bewusst gewesen als in São Paulo, obwohl in São Paulo das Leben härter war, als da.”

Kraftwerke bauen, Netzwerke planen, Geschichte studieren, im Bildungszentrum einer brasilianischen Favela arbeiten, als Administrator an einem Abendgymnasium – und seit 2013 ist Gottfried Ellmauer Direktor eines Wiener Gymnasiums.

Gottfried erzählt, wie das alles zusammengeht. Sein persönlicher Zugang, sein Hintergrund, die Wege zum Direktor. Interessant für jeden, der gerne erzählten Lebenswegen zuhört, oder für jemanden, der ebenfalls Direktor werden will. Es sind Erfahrungen aus “erstem Mund.”

Seine Methode: “Ich lege Eisen ins Feuer und schmiede sie, ich weiß, dass ich nichts über’s Knie brechen kann, und wenn es passt, gehen sehr viele Dinge von selbst. Es braucht dazu eine ‘Idee von Schule’, und ich muss wissen, wohin ich will.” Entscheidungen müssen begründet, aber nicht unbedingt gerechtfertigt werden.

Der Gewinn kommt aus der pädagogischen Arbeit – nicht unbedingt vom Gehalt. “Ich gehe gerne in die Schule”, sollen Schüler sagen, “das ist das Ziel.”

Es wäre gut, sagt er, zwischen der Person und dem Amt zu unterscheiden.

Gesprächspartner: Gottfried Ellmauer, BRGORG15, Wien

Links: Favela | Projekt Girassol | Girassol Spendenverein | Comenius | Leadership | Assessment | BMUKK Ausschreibungen | Coaching

LUT016 – Von Tschetschenien nach Wien

lut016Luisa Mayrabekowa und Makka Edilsultanova erzählen über ihr Leben in Tschetschenien, wie sie nach Österreich gekommen sind, und warum sie am Abendgymnasium Wien die Matura machen.

Hintergrund für dieses Gespräch ist die Überlegung, dass wir oft viel zu wenig über Menschen wissen, die bei uns  zur Schule gehen.

Das Gespräch wurde am Abendgymnasium Wien am 28. Jänner 2014 aufgezeichnet.