LUT047 – Brigitte Jank. Bildungsgespräche, Teil 7: ÖVP

lut047Brigitte Jank ist Bildungssprecherin der ÖVP.

Im Gespräch erzählt sie über ihr Bild der Schule. Wertschätzung für Menschen ist ihr sehr wichtig. Auch für die Ressourcen, die sie mitbringen.

Dazu gehören auch die Sprachen.

Mehr Autonomie und der Wunsch nach einer “mittleren Reife”. Ihr Bild von dem, was im Schulwesen wichtig ist, ist auch geprägt von ihren Erfahrungen als Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Bei Reisen in alle Welt hat sie gesehen, welche Bildungsmodelle gut funktionieren, und welche Ressourcen dringend gebraucht werden.

Schwächen sollen verringert werden, und Stärken gestärkt.

LUT046 – “Radikale Sprachkurse” – Rubia Salgado (Maiz), Teil 6

lut046Blicke. Lachen. Freude. Geteilte Leiden. Gemeinsame Suche. Alternativen. Strategien. Veränderungen.

Rubia Salgado spricht über die Arbeit mit Migrantinnen. Frauen.

Deutsch lernen bedeutet für sie, sich die Sprache kritisch anzueignen, nicht nur das Erlernen der Reproduktion.

Sprache lernen, um sich wehren zu können. Wer ist befugt, wie zu sprechen, wo und warum.

“Maiz ist ein unabhängiger Verein von und für Migrantinnen mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen in Österreich zu verbessern und ihre politische und kulturelle Partizipation zu fördern sowie eine Veränderung der bestehenden, ungerechten gesellschaftlichen Verhältnisse zu bewirken.” www.maiz.at

Radikal bedeutet für Rubia, zu den Wurzeln zu gehen. Es bedeutet nicht, kompromisslos zu sein. Der Dialog steht im Mittelpunkt. Auch mit den Mächten und den Forderungen des Staates.

LUT045 – Elisabeth Grossmann. Bildungsgespräche, Teil 5 – Sozialdemokraten

lut045Elisabeth Grossmann ist Bildungssprecherin der SPÖ.

Im Gespräch erzählt sie über Grundlagen der Bildungspolitik ihrer Partei.

Besonders die frühen Bildungsjahre im Kindergarten sind ihr ein Anliegen. Wenn jemand nicht freiwillig seine Kinder in den Kindergarten schickt, dann ist etwas Nachdruck schon in Ordnung. Positiv formuliert: Anreize sind wichtig.

Auch beim Sprachelernen. Es muss aber nicht unbedingt Deutsch sein. Englisch ginge auch – weil das versteht jeder. Es geht um die die Verständigung. Eine recht pragmatische Sicht.

Sprache ist für Elisabeth Grossmann Partizipation am Leben. Wichtig sind die Inhalte. Und wichtig ist der Wille, sie auszutauschen.

LUT043 – Walter Rosenkranz. Bildungsgespräche, Teil 3 – FPÖ

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Walter Rosenkranz ist Bildungssprecher der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).

Er ist Abgeordneter zum Nationalrat, Rechtsanwalt und Gitarrenlehrer.

Im Gespräch lernen wir ihn besser kennen, wir hören viel über den Hintergrund zu dem, was er – und seine Partei – inhaltlich über Bildung und Bildungspolitik sagt.

Homogenität wäre wünschenswert, und Sprachen sind wertvolle Ressourcen.

Ein klares Bekenntnis zur Schulsprache Deutsch beinhaltet für ihn auch die Sprache des Pausenhofs, denn alle sollen verstehen können, was gesprochen wird. Wenn aber alles funktioniert und Respekt die Begegnungen prägt, dann wäre das besser.

Jedes Kind soll gefördert werden, sobald es sich in Österreich befindet.

LUT031 – Zwischen den Kulturen

lut031Besuch im Interkulturellen Zentrum in Wien, bei Tine Gamper.

Wir sprechen über das Gemeinsame und Trennende verschiedener Kulturen und beginnen dabei in Südtirol.

Tine stellt im Gespräch die Arbeit des Interkulturelle Zentrums vor.

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Tine Gamper

Wir “grüßen Gott”, streifen Blasmusik, Berge und Wirtshaus und schauen uns auch das Transkulturalität näher an.

Gesprächspartnerin: Tine Gamper, Interkulturelles Zentrum, Wien.

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LUT028 – Islam und Schule

lut028“Männer interpretieren das heilige Buch.”

Wie erleben junge muslimische Studierende die Diskussionsfreudigkeit im Literaturunterricht der Schule an Themen die sie in ihrem bisherigen Leben noch nicht gekannt haben?

Einige stehen auf, wenn es um kontroversielle Themen geht. Sie stehen auf und verlassen die Klasse. Eine Diskussion findet dann nicht statt.

Selbstmord, Verfluchen, Sexualität: gängige Themen des Literaturunterrichts eines Gymnasiums können in Diskussionen durchaus verweigert werden. Aus religiösen Gründen.

Wie kann dann Bildung funktionieren, Schule?

Welche Rolle hat die Theologie in den Lernlandschaften einer modernen Gesellschaft? Wo sind Gemeinsamkeiten und wo leben junge Menschen innerhalb dieser Gesellschaft in einer eigenen abgeschlossenen Welt?

“Glaube an einen Gott – Gerechtigkeit und Verantwortung. Das sind die drei Säulen des Islam. Der Rest ist eine persönliche Beziehung.” – Ein Gespräch über Islam in der Schule mit dem Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan vom Institut für Islamische Religionspädagogik und Islamische Studien der Universität Wien.

Europäischer Islam ist für Prof. Aslan eine Religion, der bestehende Widersprüche klärt. Er erfordert eine differenzierte Betrachtung der heiligen Bücher. Religion kann dann Entlastung sein.

Ein Gespräch zum Thema “Islam und Schule” zu einer Zeit, in der gerade das Islamgesetz in Österreich neu gestaltet wird.

Gesprächspartner: Univ.-Prof. Dr. phil. Ednan Aslan, Universität Wien

Link: http://www.islamische-religionspaedagogik.at/

LUT020 – Konrad Paul Liessmann: Sprache der Bildung (1)

lut020 Fragen, wissen, können. Diese Begriffe sind einfach und verständlich.

Bei “Kompetenzen” wird es schon schwieriger.

Worte sind Ausdruck von dahinterliegenden Konzepten und Menschenbildern.

Die verwendete Sprache kann Bildung fördern, aber auch Kontrollen verstärken, Willkür erhöhen und Potemkinsche Dörfer errichten und pflegen.

Konrad Paul Liessmann ist Philosoph und Vermittlungsexperte. Er spricht über die Sprache in Verbindung mit Bildung, Ausbildung, Leben und Lernen.

Links zu Konrad Paul Liessmann:

1. Persönliche Homepage
2. Perlentaucher
3. Von Konrad Paul Liessmann erscheint im Herbst 2014 bei Zsolnay das Buch “Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. Eine Streitschrift.”

Das Gespräch wurde am 30. April 2014 aufgenommen. Ein Auszug daraus wird im ORF Österreich 1 Programm “Moment Leben Heute” zum Thema “Sprache der Bildung” ausgestrahlt.

LUT019 – Schulmathematik

lut019“Wozu brauche ich das”, ist eigentlich ein Hilferuf im Mathematikunterricht.

Im Gespräch mit dem Mathematik-Didaktiker Stefan Götz.

In der Schulmathematik und Mathematik-Didaktik geht es darum, wie Mathematik von der Universität an die Schulen gebracht wird.

Geometrie, Algebra, Arithmetik, Analysis, Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. In der Fachdidaktik gibt es nie einen der Recht hat, denn man auch beschäftigt sich mit vielen Dingen, die es gar nicht gibt.

In der Mathematik gibt es keine Schüttbilder.

Mathematik – ein Thema, das frei von Befindlichkeiten ist. Ob Geraden parallel sind, oder nicht, hängt nicht davon ab, welche politische Anschauung man vertritt.
Gründlichkeit, Genauigkeit und Hartnäckigkeit schaden dabei nicht. Modelle helfen dabei, mit der Wirklichkeit umzugehen.

Ähnlich dem “Jahn’schen Turnen”, das sich mit schrecklichen Felgaufschwüngen zu einem zugänglicheren “Bewegung und Sport” verändert hat, hat sich über die Jahre auch das Fach “Mathematik” in der Schule gewandelt. Alle sollen heute mitmachen können. Mathematik “mit ohne Angst”. Eine “Optimalmathematik” gibt es aber leider nicht.

Lehren hat immer etwas mit Persönlichkeit zu tun. “Mathematik für das Lehramt” zu studieren, bedeutet für Studierende heute die Teilnahme an einem 4-Säulen-Modell:

1) Fachliche Ausbildung
2) Didaktik der Mathematik
3) Allgemeine pädagogische Ausbildung
4) Schulpraxis

Mathematik: Ein Kran, der einen Kran hebt, der einen Kran hebt. (Foto: Liebherr)
Ein Kran, der einen Kran hebt, der einen Kran hebt. Folgen und Reihen. (Foto: Liebherr)

Inhalte: Stefan Götz, Schulmathematik, Hans Christian Reichel, Erfolg, Unterricht, Fehlvorstellungen, erklären, Fehler, sicher fühlen, Jahn’sches Turnen, Lehramtsausbildung, Fachdidaktik, Lineare Algebra, Analysis, Folgen und Reihen, Approximation des Kreisumfangs, Lernpfade, Gründlichkeit, Abstrakt, Regeln, Linguist, stetig, diskret, Grenzwert, Asymptote, Unendlichkeit, Traditionen, Felix Klein, Meraner Reform, Differenzialgleichungen, Differenzengleichungen, reelle Zahlen als Kontinuum, Modell, Wahlverfahren, Religion, relativieren, Podcast: Modellansatz, Liebherr Kranmobile, Politik, paritätische Besetzung von Lehrplankomissionen, Fermats Großer Satz,  Andrew Wiles, Zahlentheorie, Rindler, Gödel, Beweisbarkeit, Mathematische Logik, Ergodentheorie, Differenzialgleichungen, Kombinatorik, Biomathematik, Finanzmathematik, Drittmitteleinwerbung, Öffentlichkeit, Presseabteilung, Kooperationsschulen, Didaktische Schulen, Wien, Klagenfurt, Schulbücher, Götz Reichel, Bürger Fischer Malle, Lechner Dorfmayr, Standardisierte kompetenzorientierte  Reifeprüfung, BIFIE, Didaktisches Konzept, Grundkompetenz, Aufgaben, Geld, Co-Autoren, Pisa, Deutschlandfunk “Pisa Plus”, IMST, Datensicherheit, Kommunikationsproblem, Prüfungs- und Unterrichtsbeispiele, Schwerpunkte setzen, systemische Therapie, Zusammenarbeit von Lehrer/innen, Selektion, Ressourcen der Gesellschaft, Nachmittagsangebote, Defizite, Wettbewerbe, Sprache: rechnen, argumentieren, begründen, interpretieren, darstellen, modellbilden, Bildungsstandards, Interlokutor, Technologieeinsatz, Geogebra, Wolfram Alpha, programmierbare Taschenrechner, soziale Komponente, auf- und abrüsten, Assessment, Eigenschaften eines Dreiecks, Geometrie, Origami und Mathematik, Kompetenz, Distraktoren, mehr Stellen, Lehre an der Universität,

Gesprächspartner: Stefan Götz, Fakultät für Mathematik der Universität Wien

Das Gespräch wurde am 20.03.2014 aufgezeichnet. Ausschnitte daraus werden in der Radiosendung “Sprache der Bildung” (Moment Leben heute) am 6. Mai 2014 im ORF Radioprogramm Österreich 1 ausgestrahlt.

LUT018 – Kraftwerk Anerkennung

lut018Menschen fangen ihren Job an wegen mehr Geld, sie verlassen ihn aber wegen mehr Anerkennung.

Anerkennung ist mehr als Lob, sondern beinhaltet auch Wertschätzung. Patrick Killmeyer und Philipp Sackl haben herausgefunden, dass es im Schnitt 75 Tage dauert, bis ein österreichischer Chef diese Wertschätzung auch ausspricht. Das geht doch besser.

Fehlende Anerkennung ist stattfindende Ausgrenzung. “Nicht geschimpft ist gelobt genug”, lautet ein österreichisches Sprichwort. Eine ausgefeiltere Anerkennung beinhaltet:

1) Was ist die Stärke
2) In welcher Situation ist mir das aufgefallen
3) Wovon profitiere ich

“Anerkennung” ist dabei ein Wort mit sprechenden Teilen. Kennen: Ich muss den anderen Menschen kennen. Erkennen. Genauer hinschauen. An. Ich will es ihm sagen. Dabei gilt: “Wie man in den Wald hineinruft, umso deutlicher hallt es zurück.”

Gesprächspartner: Patrick Killmeyer und Philipp Sackl
Kraftwerk Anerkennung

Aufnahmedatum: 28. Februar 2014. Ausschnitte dieses Gespräches werden in der Ö1 Raidosendung “Moment – Leben Heute” zum Thema “Anerkennung am Arbeitsplatz” am 13. März ausgestrahlt.

Stichworte: Anerkennung | Recognition | Appraisal | Lob | Ausgrenzung | Transaktionsanalyse | Strokes | Dale Carnegy | Kraftwerk Anerkennung | Wertschätzungsmissionar | Zielkonflikt | Zielvereinbarung | Behance Network Portfolios | Innere Kündigung | Magenverkleinerung | Naturalistischer Fehlschluss | Eric Berne | CG Jung | Leadership | Verantwortung | Fields-Medaille | Nobelpreis | Gesundheitliche Auswirkungen

LUT017 – Direktor werden

lut017“Mir ist die Schwere des Alltags in Österreich mehr bewusst gewesen als in São Paulo, obwohl in São Paulo das Leben härter war, als da.”

Kraftwerke bauen, Netzwerke planen, Geschichte studieren, im Bildungszentrum einer brasilianischen Favela arbeiten, als Administrator an einem Abendgymnasium – und seit 2013 ist Gottfried Ellmauer Direktor eines Wiener Gymnasiums.

Gottfried erzählt, wie das alles zusammengeht. Sein persönlicher Zugang, sein Hintergrund, die Wege zum Direktor. Interessant für jeden, der gerne erzählten Lebenswegen zuhört, oder für jemanden, der ebenfalls Direktor werden will. Es sind Erfahrungen aus “erstem Mund.”

Seine Methode: “Ich lege Eisen ins Feuer und schmiede sie, ich weiß, dass ich nichts über’s Knie brechen kann, und wenn es passt, gehen sehr viele Dinge von selbst. Es braucht dazu eine ‘Idee von Schule’, und ich muss wissen, wohin ich will.” Entscheidungen müssen begründet, aber nicht unbedingt gerechtfertigt werden.

Der Gewinn kommt aus der pädagogischen Arbeit – nicht unbedingt vom Gehalt. “Ich gehe gerne in die Schule”, sollen Schüler sagen, “das ist das Ziel.”

Es wäre gut, sagt er, zwischen der Person und dem Amt zu unterscheiden.

Gesprächspartner: Gottfried Ellmauer, BRGORG15, Wien

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